Waldbaden mit Hund
Das Waldbaden mit Hund gibt dir nicht nur die Chance die heilsame Waldatmosphäre zu erleben, sondern auch eine besondere Auszeit mit deinem Vierbeiner zu verbringen. Doch wie lassen sich Achtsamkeit beim Waldbad und ein unternehmungslustiges Tier in Einklang bringen? Das ist gar nicht so schwer, denn Hunde sind geborene Waldbader. Warum, erfährst du in diesem Beitrag.
Raus aus dem Alltag, rein in den Wald
Zeit in der Natur trägt nachweislich zur Entspannung bei. In Japan wird das Waldbaden, dort Shinrin Yoku genannt, darum schon seit Jahrzehnten als Therapie eingesetzt und sogar von Ärzten ganz gezielt für ihre Patienten empfohlen. Waldluft ist reich an Terpenen.* Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die eine positive Wirkung auf deine Gesundheit haben können. Besonders hoch ist die Konzentration von Terpenen in Nadelwäldern zur Sommerzeit.
Warum du mit deinem Hund zum Waldbaden gehen solltest
Ziemlich sicher wirst du beim Waldbaden von deinem Hund noch etwas lernen können. Uns Menschen fällt es nämlich meistens gar nicht so leicht, uns auf den Wald einzulassen, den Alltag zu vergessen und unsere Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt zu richten. Hunden gelingt das meist viel besser, gibt es doch im Wald so viel Spannendes zu entdecken.
- So kannst du mit deinem Hund eine ganz besondere Zeit ohne Störungen erleben und hast gleichzeitig die Möglichkeit, die Natur auf ganz neue Weise kennenzulernen.
- Das Waldbaden hat erwiesenermaßen gesundheitliche Vorteile für uns Menschen. So sorgt es nicht nur für mentale Entspannung, sondern stärkt auch das Immunsystem und kann den Blutdruck senken.**
- Für deinen Hund bietet der Wald nicht nur Gelegenheit zur Bewegung, sondern auch viele neue Eindrücke, die ihn aktiv halten und für Abwechslung vom Alltag sorgen.
- Eine Pilotstudie aus dem Jahr 2014 kam zu dem Ergebnis, dass ein Waldbad den Spiegel des Stresshormons Cortisol bei Hunden signifikant senken konnte.***
- Außerdem stärkt ein gemeinsames Waldbad die Bindung zwischen dir und deinem Tier.****
Aber wie funktioniert das gemeinsame Naturerlebnis von Mensch und Hund nun in der Praxis? Immerhin wird deine Fellnase nicht geduldig neben dir warten, bis du mit deiner Meditation im Wald zu Ende bist – und das soll er ja auch gar nicht.
So gelingt das Waldbaden mit Hund
Wir haben ein paar Tipps zusammengetragen, mit denen das Waldbad mit Hund sicher zum schönen Erlebnis für beide wird.
- Plane voraus: Natürlich kannst und sollst du beim Waldbaden spontan sein, überlege dir dennoch schon zu Hause, wo es hingehen soll und welche Strecke du mit deinem Hund gehen kannst und möchtest.
- Nehmt euch genug Zeit für Pausen, sodass Mensch und Tier sich erholen können. Achte auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei dir wie auch deinem Hund.
- Lass dich von deinem Hund leiten: Nutze die einzigartigen Fähigkeiten deines Tieres und lass dich von ihm anhand der Gerüche durch den Wald führen. Pass dabei gut auf, ob du sie auch selbst riechen kannst.
- Wenn dein Hund sich ausruht, kannst du das als Anlass nehmen, um in die Stille zu kommen und deine Umgebung entdecken. Viele Tipps dazu findest du in unserem Artikel zum Waldbaden.
Sollte es deinem Hund hingegen schwerfallen, zur Ruhe zu kommen, kannst du ihn sich erst bei einer kleinen Trainingseinheit auspowern lassen oder einfach mit ihm durch den Wald gehen und dabei deiner Umgebung besondere Aufmerksamkeit schenken.
Das benötigen du und dein Hund zum Waldbaden
Für das Waldbaden mit deinem Hund brauchst du keine besondere Ausrüstung. Packe einfach die Sachen ein, die du auch sonst zu einer größeren Tour mit deinem Vierbeiner mitnehmen würdest. Unsere kleine Liste hilft dir dabei, nichts zu vergessen.
- Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk
- Verpflegung und Getränke
- Zecken- und Insektenschutz
- Handy: für Notfälle, sonst ausgeschaltet
- Tipp: In der kühleren Jahreszeit ist außerdem eine isolierende Sitzunterlage eine wertvolle Hilfe.
Auch die Ausrüstung für deinen Hund ist schnell zusammengestellt. Zusätzlich zu den unten aufgelisteten Dingen kannst du selbstverständlich noch Spielzeug mitnehmen.
- Eine Schleppleine und ggf. ein Geschirr für deinen Hund. Oft gilt in Deutschland im Wald Leinenpflicht, insbesondere, wenn Vögel dort brüten. Falls du deinen Hund nicht an der Leine führst, achte darauf, dass er keine Waldtiere aufscheucht oder gar jagt.
- Beutel für den Hundekot, sodass nichts außer euren Fuß- und Pfotenabdrücken zurückbleibt.
- Achte auch bei deinem Hund auf einen ausreichenden Schutz gegen Zecken und lass dich im Zweifel in der Apotheke oder beim Tierarzt beraten.
Muss ich einen Kurs fürs Waldbaden mit Hund besuchen?
Im Internet findest du zahlreiche Angebote fürs Shinrin Yoku mit Hund. Speziell für Anfänger kann es eine Hilfe sein, wenn dich ein erfahrener Waldbader bei deinen ersten Erfahrungen begleitet. So bekommst du Unterstützung uns Inspiration zur Gestaltung deines Waldbads. Zudem kann dir ein Experte zeigen, wie du deinen Hund in dein Waldbadeerlebnis einbinden kannst.
Bedenke jedoch, dass du bei diesen Kursen in der Regel nicht allein bist, sondern in einer Gruppe mit anderen Hundebesitzern zusammen. Je nach Charakter und Verhalten deines Tieres kann das eine Bereicherung für euer gemeinsames Waldbadeerlebnis sein oder eine Last. Diese Fragen kannst du letztlich nur selbst beantworten. Ein Kurs ist aber in keinem Fall zwingend notwendig.
Das muss dir über einen Kurs zum Waldbaden mit Hund klar sein
Solltest du dich für einen Kurs entscheiden, erkundige dich vorher nach dem Ablauf und ob du schon Vorerfahrungen benötigst. Abschließend noch ein wichtiger Hinweis: Bei Kursen zum Waldbaden mit Hund handelt es sich nicht um eine Ausbildung wie etwa bei der Begleithundeausbildung, sondern um eine reine Freizeitaktivität. Man kann einen Hund also nicht zum „Waldbader“ ausbilden.
Waldbaden mit Hund in einzigartiger Atmosphäre
Doch egal, ob du dich nun für oder gegen einen Kurs entscheidest, wichtig ist die Wahl des richtigen Ortes. Bei uns in Bad Dürrheim wartet die einzigartige Natur des Südschwarzwalds auf dich. Erlebe Waldbaden mit Hund, ein erfrischendes Eisbad und vieles mehr in entspannter Atmosphäre.
*K. S. Cho, Y. Lim et al.: Terpenes from Forests and Human Health, in: Toxicological Research 33 (2017), S. 97–106.
**Q. Li: Effects of forest environment (Shinrin-yoku/Forest bathing) on health promotion and disease prevention – the Establishment of “Forest Medicine”, in: Environmental Health and Preventive Medicine 27 (2022), o. S.
***A. Siegel: Shinrin-yoku (forest-bathing) as a Factor in Canine Well-Being. Pasadena 2012.
****L. Bergamasco, M. Osella et al.: Heart rate variability and saliva cortisol assessment in shelter dog: Human-animal interaction effects. Applied Animal Behaviour Science 125 (2010), S. 56–68.
Bilder: Unsplash / Florian Göpfert / Todd Mittens