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Ein stressiger Alltag ist oft eine große Herausforderung für das Essverhalten. Zwischen Arbeit, Haushalt und Familie bleibt oft nur wenig Zeit zum Kochen. Ist der Arbeitstag dann mal stressiger und negative Gefühle kommen auf, greift man gerne zu einer Chipspackung oder löffelt etwas Eis, um den Stress abzubauen – das klassische Frustessen. Wir zeigen dir, wie du diese Falle vermeidest.
Hattest du auch schon mal unter Zeitdruck und Stress großes Verlangen nach Gummibärchen, Kuchen oder einem kleinen Snack? Isst du unter Stress manchmal weit über deine Sättigungsgrenze hinaus? Hast du manchmal Fressattacken bei Stress? Willkommen im Club!
Für viele Menschen gehört Frustessen zum alltäglichen Leben. Dieses Verhalten bezeichnet man als emotionales Essen. Die Bezeichnung rührt daher, dass es sich um eine unbewusste Reaktion auf negative Gefühle handelt.* Stress, Langeweile und Bewegungsmangel beeinflussen unser Essverhalten massiv. Wenn wir emotional essen, versuchen wir unbewusst, mithilfe von Essen den psychischen Druck zu reduzieren und negative Gefühle zu kompensieren.

Wir Menschen essen vermehrt aus Stress und Druck, um unsere Gefühle zu kompensieren. Doch warum ist das so? Laut aktuellen Umfragen essen 30 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer in Deutschland immer wieder aus Stress oder Frust.** Doch was sind die Gründe dafür?
Die Psychologie sagt, Frust- und Stressessen kann aus den unterschiedlichsten Gründen erfolgen. Zum einen aufgrund von psychischem Stress, wie beispielsweise durch Konflikte mit deinem Partner oder wegen Termin- oder Leistungsdruck auf der Arbeit, aber auch bei Geldsorgen. Sogar körperlicher Stress, wie wegen mangelndem Schlaf, Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien, kann das emotionale Essen verursachen.
Eine weitere Ursache für Stressessen können schlechtes Zeitmanagement und Unproduktivität sein. Dies kommt im Winter immer häufiger vor, da durch voll aufgedrehte Heizungen eine trockene und stickige Raumluft entsteht, die das Konzentrationsvermögen beeinträchtigt. Sobald der Körper unter Stress steht, wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet. Der erhöhte Cortisolspiegel bringt das Gehirn auf Hochleistung.
Das hat womöglich evolutionäre Gründe: Stressreaktionen wurden ursprünglich bei Gefahren und Bedrohungen ausgelöst. Sobald eine Gefahr erkannt wurde, stellte sich unser Körper auf Flucht oder auch Kampf ein.*** Doch aufgrund der Hochleistung verlangt hierbei unser Gehirn nach schnell verfügbarer Energie am besten in Form von leicht verfügbarem Zucker.
Aus diesem Grund greifen wir bei Fressattacken meist zu etwas Süßem wie Gummibärchen oder Schokolade. Doch es gibt auch andere Ursachen fürs Frustessen. Um diese besser zu verstehen, müssen wir uns die verschiedenen Esstypen ansehen.
Konntest du dich bereits als (gelegentlichen) Stressesser identifizieren? Dann schau doch mal, welcher Essenstyp du eventuell bist. Mit diesem Wissen kannst du das emotionale Essen einfacher stoppen.

Je nach Esstyp bestehen bei einem dauerhaft gestörten Essverhalten aufgrund von Stress unterschiedliche Gefahren. Die größte Gefahr liegt darin, dass das Essverhalten zu einer Gewohnheit wird und dadurch die unguten Nebenwirkungen länger andauern.
Auf lange Zeit kann sich Stressessen negativ auf deine Gesundheit und natürlich dein Körpergewicht auswirken und sogar zu Essstörungen oder Fettleibigkeit führen. Das Problem liegt darin, dass wir bei Heißhungerattacken überwiegend ungesunde Lebensmittel verzehren und beim Stressessen meist nicht aufhören können, auch wenn wir schon längst satt sind. Oftmals klagen die von Fressattacken Betroffenen über Schuldgefühle und Bauchschmerzen.
Vermehrte Heißhungerattacken verursachen außerdem einen erhöhten Insulinspiegel, was zum Beispiel das Tumorwachstum begünstigen kann. Ebenfalls können Folgen wie ein höheres Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und weitere chronische Krankheiten auftreten.
Aber keine Angst, wir haben für dich Biohacks und hilfreiche Tipps parat, wie du dein Essverhalten schnell wieder in den Griff bekommen kannst! Die folgenden Strategien helfen, das Frustessen zu reduzieren.
Du hast jetzt einen super Überblick und weißt: Essen gegen Stress und Frust kann viele verschiedene Gründe haben und ist zusätzlich von deinem persönlichen Esstyp abhängig. Die beste Basis, damit du dich selbst biohacken kannst. Erster Schritt: die wahren Gefühle identifizieren und akzeptieren.
Es ist vollkommen normal, ab und zu gestresst, frustriert zu sein, Angst, Trauer oder Langeweile zu empfinden. Wir Menschen sind jedoch so veranlagt, dass wir schnell versuchen, negative Gefühle zu kompensieren und das zum Beispiel durch Essen tun.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Achte darauf, wann du aus emotionalen Gründen isst, überlege, was du statt zu essen tun kannst und trainiere dein Gehirn, nicht mehr bei jeder Gelegenheit nach Essen zu verlangen. Denn Essen kann deine Probleme nicht lösen.
Chips und Schokolade sind keine Lösung für Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit und senken auch deinen Cortisolspiegel nicht. Achtsamkeit, Yoga, Meditation oder Waldbaden können dir hingegen helfen, mit Stress besser klarzukommen. Sei andererseits nicht frustriert und gib nicht sofort auf, wenn du es doch einmal in ein emotionales Essverhalten verfallen solltest. Versuche weiterhin deine Essgewohnheiten zu verstehen und Trigger zu erkennen, um dein Verhalten dann in gesunde Bahnen zu lenken.
Fassen wir zum Abschluss die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal kurz zusammen:
Scheue dich auch nicht, dir professionelle Hilfe beim Verfolgen deiner Ziele zu suchen, wenn du merkst, dass du das Frustessen nicht alleine in den Griff bekommst oder du sogar schon körperliche Symptome spürst. Eine professionelle Ernährungsberatung kann dir helfen, wieder zu einem gesunden Essverhalten zurückzufinden.
*Ricca, V., Castellini, G., Lo Sauro, C., Ravaldi, C., Lapi, F., Mannucci, E., Faravelli, C. (2009). Correlations between binge eating and emotional eating in a sample of overweight subjects. Appetite, 53(3), 418–421.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S019566630900573X?via%3Dihub
Goldbacher, E. M., Grunwald, H. E., LaGrotte, C. A., Klotz, A. A., Oliver, T. L., Musliner, K. L., Foster, G. D. (2012). Factor structure of the Emotional Eating Scale in overweight and obese adults seeking treatment. Appetite, 59(2), 610–615. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S019566630900573X?via%3Dihub
**TK.de Studie verfügbar unter: https://www.tk.de/resource/blob/2033596/0208f5f5844c04abbbcbb1389872ee01/iss-was-deutschland-data.pdf
*** TK.de Artikel verfügbar unter: https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/themenspecials-life-balance/entspannt/life-balance-fuers-gehirn/gehirn-hormone-stress-2006900
**** Arnow, Bruce & Kenardy, Justin & Agras, W. (1995). The Emotional Eating Scale: the development of a measure to assess coping with negative affect by eating. The International journal of eating disorders., https://www.researchgate.net/publication/15529604_The_Emotional_Eating_Scale_the_development_of_a_measure_to_assess_coping_with_negative_affect_by_eating
***** Eisenberger, N. I., Taylor, S. E., Gable, S. L., Hilmert, C. J., & Lieberman, M. D. (2007). Neural pathways link social support to attenuated neuroendocrine stress responses. NeuroImage, 35(4), 1601–1612. Verfügbar unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1053811907000857?via%3Dihub
Bilder: Pexels / Tony Schnagl, Depositphotos / Kasto / EdZbarzhyvetsky, Unsplash / Charles Deluvio
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