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Die Zwerchfellatmung (auch bekannt als Bauchatmung oder diaphragmatische Atmung) passiert so selbstverständlich, dass wir kaum darüber nachdenken. Doch hinter dem scheinbar so simplen Akt des Atmens verbirgt sich ein komplexes System, dessen wichtigster Akteur das Zwerchfell ist.
Da die Atmung unseren Körper, aber auch unseren Geist beeinflusst, spielt dieser Muskel eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wir zeigen dir, was es mit der Bauchatmung auf sich hat und wie du sie bewusst einsetzen kannst, um deine Lebensqualität zu verbessern.
Die Zwerchfellatmung ist die natürlichste und effizienteste Art zu atmen. Dabei wird unser Zwerchfell, beansprucht. Das Zwerchfell (oder Diaphragma) ist ein muskulöses Kuppelfell, das die Brusthöhle von der Bauchhöhle trennt.
Beim Einatmen kontrahiert sich das Zwerchfell, wodurch sich der Brustraum vergrößert. Die Lunge muss dieser Ausdehnung folgen und wird so gedehnt. Dieser Vorgang erzeugt einen Unterdruck, der wiederum dazu führt, dass Luft in die Lunge strömt. Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell, bewegt sich nach oben und komprimiert die Lunge, wodurch die Luft durch die Atemwege ausgestoßen wird.
Neben dem Zwerchfell sind weitere Muskeln an der Atmung beteiligt, z. B. die Intercostalmuskeln (Zwischenrippenmuskeln) und die Bauchmuskeln. Diese Muskeln unterstützen die Zwerchfellbewegung und sorgen für eine optimale Belüftung der Lunge.* Wenn beim Einatmen vor allem die Muskulatur des Brustkorbs zum Einsatz kommt, spricht man von Brustatmung.
Anders als du jetzt vielleicht denkst, sind Brust- und Bauchatmung keine Gegensätze, sondern gehen immer miteinander einher. Welche Atemtechnik überwiegt, hängt von vielen Umständen ab.
Bei psychischem Stress oder erhöhter körperlicher Belastung überwiegt die Brustatmung unter Einsatz der Zwischenrippenmuskulatur, in Ruhe dominiert hingegen die Bauchatmung mit dem Zwerchfell als wichtigstem Atemmuskel. Dennoch ist die Bauchatmung die gesündere Atemtechnik. Sehen wir uns an, warum.

Im Magazin Frontiers in Psychology heißt es: „Immer mehr empirische Studien haben gezeigt, dass die Zwerchfellatmung (Diaphragmatic Breathing) im Körper Entspannungsreaktionen auslösen kann und dass sie sich sowohl auf die körperliche als auch auf die mentale Gesundheit positiv auswirken kann“.** Die Zwerchfellatmung bewirkt eine Kontraktion des Zwerchfells, erlaubt dem Bauchraum, sich auszudehnen und vertieft unsere Atmung. Ein biochemischer Effekt: Wir atmen weniger häufig aus, wodurch sich der Anteil von Sauerstoff im Blut erhöht. So kannst du deine Body-Mind-Power über die Atmung bewusst beeinflussen.
Die Bauchatmung bietet dir noch zahlreiche weitere Vorteile für Körper und Geist. Die Wichtigsten wollen wir dir hier kurz vorstellen.
Die Zwerchfellatmung wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf unsere körperliche Gesundheit aus.
Die Bauchatmung kann Menschen, die unter einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden, tatsächlich Linderung verschaffen. Durch den Unterdruck im Bauchraum wird der Rückfluss venösen Blutes zum Herzen gefördert.****
Für ein effektives Nutzen der Vorteile der Zwerchfellatmung empfiehlt es sich, diese bei einer regelmäßigen Routine zu üben. Erfahre im nächsten Abschnitt, wie du effektiv trainieren und deine Zwerchfellatmung optimal entwickeln kannst.

Es gibt verschiedene Übungen für die Zwerchfellatmung, die du im Sitzen, Liegen und Stehen einfach im Alltag praktizieren kannst.
Um effektiv zu atmen, empfiehlt sich das richtige Erlernen der Zwerchfellatmung. Probier doch einfach mal eine unserer geführten Atemsession aus! Informiere dich auf unserer „Einführung in Breathwork”-Workshop-Seite.
*F. Durchschein, C. Högenauer et al.: Einfluss der Brust- und Bauchatmung auf den Druck des unteren Ösophagussphinkters, in: Zeitschrift für Gastroenterologie 53 (2015), S.46–54.
**Ma, X., Yue, Z.-Q. et al.: The Effect of Diaphragmatic Breathing on Attention, Negative Affect and Stress in Healthy Adults, in: Front Psychol. 8 (2017), o. S.
***Anderson, D. E., McNeely, J. D. et al.: Regular slow-breathing exercise effects on blood pressure and breathing patterns at rest, in: J Hum Hypertens 12 (2010), o. S.
****Fernandes, M., Cukier, A.: Efficacy of diaphragmatic breathing in patients with chronic obstructive pulmonary disease, in: Chron Respir Dis 8 (2011), S. 237–244.
*****Kozhuharova, M.: Psychophysiologische Wirkungen der tiefen und langsamen Atmung auf die Schmerzwahrnehmung, die autonome Aktivität und die Stimmungsveränderung. Diss. Regensburg 2014.
Bilder: Unsplash / Elijah Hiett / Erwan Hesry / Joshua Earle / Tim Goedhart
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